Das hat ja mal wieder lange gedauert, bis es hier irgendwas neues gibt. Passiert nicht allzuviel hier. Trotzdem lasse ich die letzten Wochen etwas revue passieren.
Nach Castellón Anfang April gab es 1 1/2 Wochen
OsterSemana.Santa.Ferien, die ich leider größtenteils damit verbracht auf Entscheidungen von Leuten zu warten, mit denen ich verreisen wollte. Ein illegaler Rave außerhalb von Elche hat das ganze etwas abgemildert, aber ich hätte mir schöneres vorstellen können. Zumindest
durfte ich die spanischen Zustände zur Semana Santa live mitbekommen. Überall Leute, Prozessionen, Gesänge, Mariastatuen, Trommeln und Musikkapellen und Millionen von kopierten Mariabildern auf der Straße. Wieso geben die Eltern ihren Kindern die gekauften Kopien nicht einfach in die Hand, statt sie diese vom Boden auheben zu lassen. Es wäre so einfach!
Letztendlich sind wir dann für die letzten vier Tage an den den Hippiestrand gefahren, an dem ich schon
vor 20 Monaten eine schöne Zeit verbrachte. Leider etwas Menschenleer, aber durchaus gechillt, wie eh und je. Die durchregnete letzte Nacht hätte man sich allerdings sparen können.
Die nächsten zwei Wochen verliefen dann in voller Erwartung auf das
S.O.S 4.8. Ein Festival überwiegend (spanischer) Rockpop, allerdings mit kleinen elektronischen Musikjuwelen in Form von Prodigy, Underworld, BoysNoize und vor allem der Matthew Herbert Big Band (den ich schon alleine auf dem
Melt! 06 gesehen habe). Leider hat es der Veranstalter etwas in den Sand gesetzt, in dem er das Konzert erst nur für Reservierungen zuließ und eine Leinwand ankündigte. Diese lief jedoch nicht, eine Nachfrage erbracht, dass es noch Plätze gäbe, man sich aber erst ein Ticket am anderen Ende des Geländes holen müsse. Dort also hin und einem wird gesagt, dass das Konzert sowieso gleich vorbei wäre.. wunderbar also.. Naja, wir (ein Auto voller Italienern und mir) hatten trotzdem eine Menge Spaß, haben einige bekannte Gesichter getroffen und einige neue kennengelernt.
Noch völlig fertig vom Festival ging es dann Montag gleich mit der kanadischen Delegation und mir als einzigem Mann und Fahrer gen Norden. Toledo und Steffi aus Marburg in Salamanca besuchen.
Toledo hat eine wunderschöne Altstadt plus Kathedrale, ein jüdisches Viertel und jede Menge Museen und kleine Gässchen zum erkunden. Natürlich die müttlerliche Kulturkasse geplündert und einige Museen und die Kathedrale besucht. Die Nacht in der billigsten Pension verbracht, da die einzige Jugendherberge -aus einem mir nicht verständlichen Grund- einen Internationalen JH-Ausweis verlangt. Zwei Betten, drei Leute, zwei davon schnarchend und ich immer noch leicht aneschlagen nicht schlafend. Nun denn. Am späten Nachmittag des folgenden Tages dann Richtung Salamanca gefahren. Recht schöne Landschaft bis Ávila danach knechtet einen die spanische Autobahnplanung leider mit 20km Autbahn, riesen Abfahrt, 20km Landstraße, riesen Auffahrt, 30km Autobahn, Abfahrt mit mindestens zwei Kreisverkehren,.... un círculo vicioso..
Salamanca allerdings rockt ziemlich. Superalte Uni, Stadt mit Flair und einem wunderbaren studentischen Ambiente. Genächtigt haben wir bei Steffi, einer guten Freundin aus Marburg, und ihrem Freund in ihrer superzenralen WG. Ein weiterer Bekannter aus Marburg war mit seiner französischen Freundin auch gerade da. Großes Essen und endlich mal wieder wertvolle, tiefgehende Gespräche mit revolutionären Geschichtchen des Lebens. Alles auf Spanisch versteht sich, selbst wenn drei Deutsche, mit denen man in all den Jahren nur deutsch sprach, zusammen in der Küche waren.
Mittwoch dann einen großen Salamancatag gemacht. Abends nochmal gut gespeist, um dann morgens zusammen zu frühstücken und uns auf den Weg zu machen, schließlich lagen laut GoogleMaps 7:30h Stunden Autofahrt vor mir, da "Mautstrecken vermieden wurden". Wie auch immer Google drauf kommt, wir waren mit angemessenem Fahrstil in guten sechs Stunden angekommen. Einmal quer durch Madrid und 7 statt über 30€ Maut bezahlt.
So also endlich wieder aus Elche rausgekommen, was mit der Zeit irgendwie immer nötiger wird. Diese Stadt hat für mich einfach nichts. Ein südliches Flair durch ein Überangebot an Palmen macht schon was her, aber mir fehlt hier eindeutig die studentische Atmosphäre. Keinerlei Alternativen, um mal nicht jede Woche in die gleiche (von ein Haufen Personen als schlecht empfundene) Bar gehen zu müssen. Vielleicht mal ein Club mehr, wo man nicht auf seine Schuhe achten muss oder nur komische Leute um sich herum zu haben. Liegt eindeutig daran, dass die Uni in Elche erst vor 12 Jahren gegründet wurde und fast alle Spanier entweder noch zu hause wohnen oder jedes Wochenende nach hause fahren, um sich dort -nach eigener Aussage- "oft zu langweiligen". Für mich weder verständlich noch nachvollziehbar, aber hier anscheinend gang und gebe...
--fotos werden nachgereicht--
weltraumpapst - 8. Mai, 23:43