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Reisen

Samstag, 9. August 2008

der letzte monat - melt, osten, wacken..

Nach einem guten Monat Blogabstinenz jetzt die Zusammenfassung der ereignisreichen letzten Wochen.

Nach der letzten Ankreuzklausur (Persönlichkeitspsychologie) am 15. Juli und ausgiebigstem Feiern, ging es dann mit den Schatzis zu den Mausis gen Osten, jenseits der ehemaligen Mauer nach Magdeburg. Grillen, chillen und früh raus um am nächsten Tag aufs Melt Festival in Ferropolis zu fahren. Vor zwei Jahren schon mal dort gewesen und mal wieder von der Location begeistert. Ein altes Tagewerk mit einigen 500t Baggern. Freitagabend dann folgende Bands und DJs gesehen und ordentlich dazu getanzt: Modeselektor, Booka Shade, kurz bei Alter Ego und noch kürzer bei Alexander Marcus. Abschluss bot Skream mit Hammer Dub-Breakbeats inkl. Sonnenaufgang.
Samstagabend dann mit The Notwist gestartet, danach wollten wir zu The Whitest Boy alive, waren allerdings nicht die einzigen und die Halle war schon brechend voll, s.d. niemand mehr reingelassen wurde. So richtig, richtig ab ging es dann bei Crookers, deren Musik wir uns vorher schon mehrere Male zu Gemüte führten und wie der Rest der Leute schön feierten. Afterwards noch mal bei Boys Noize reingeschaut und mal wieder im sanften Morgenlicht zum Zelt gefahren und gelaufen.
Sonntag dann schon gut fertig bei Hot Chip und Oliver Koletzki gewesen und dann auf Lützenkrichen gewartet, der die Hyme zum Festival beisteuerte und uns zwei Stunden mit feinstem technoiden Deep House beschallte. Zum Ende hin wurde es leicht anstrengend, s.d. wir nach dem Hit "3 Tage wach" und auf den Weg machten.
Montag ging es dann wieder nach Magdeburg, wo wir uns erholten und einige schöne Tage verbrachten. Mitte der Woche fuhren wir dann weiter nach St. Michaelisdonn, um uns mental auf das Wacken Open Air vorzubereiten.

Für uns ging es Sonntag, vier Tage vor eigentlichem Festivalstart los. Die Gimmicks für jeden Gast bestanden mal wieder aus Full Metal Bags, einem Turnbeutel mit vielen kleinen Geschenken. Die mussten natürlich wieder gezählt werden, wobei das bei ~70.000 Stück eine wundervolle ABM ist. Nun denn, man bekommt ja Geld dafür und sogar 50 Cent mehr als im letzten Jahr. Erstmals gabs auch schöne leicht lila gefärbte Stoffbändchen für die "working crew - no stage", was uns berechtigte überall hin zu gehen, außer eben auf die Bühne - was will man dort auch?!
Montag ging es für mich dann zum Presse-VIP-Checkin, der allerdings vorerst nur für die Dorfbewohner von Wacken und den anliegenden Gemeinden offen war. Sie bekommen ein Dorf-Bändchen, dauerhaften Eintritt für den Vorplatz und an einem Tag freien Eintritt auf das Festivalgelände. Mal davon abgesehen, dass das Durchschnittsalter "meiner Kunden" bei ca. 60 Jahren lag und ich einige aufgrund des Dialekts kaum verstand, erzählten mir so einige, was sie arbeiten und warum ich das Bändchen nicht so fest machen dürfe. Highlight: eine Mutter wollte ein Bändchen für ihren 4 Montage alten Sohn. Gesagt, getan.
Dienstag ging es dann weit mit der normalen Bändchenausgabe (BA) und der ersten Nachtschicht. Sporadisch kamen immer wieder Metaller, die ihr Bändchen haben wollten und sich aufgrund der umgeschlagenen Wetterlage über die originalen Wacken Regencapes im Full Metal Bag freuten. Gegen 7h dann ins Bett und erstmal schlafen. Am späten Nachmittag dann mal wieder das Catering besucht und frisch gestärkt weiter gearbeitet. Programme verkaufen, Bändchen ausgeben und dergleichen. Das ging die nächsten Tage so weiter, bis ich mir mit einigen anderen das Fundbüro unter den Nagel riss, ein System zur Aufnahme der Gegenstände erstellte und alles katalogisierte. Hunderten Portemonaies, teils mit 780$, 250€ und wichtigen Karten gespickt; teils gut mit Matsch versehen und voll uriniert, haben uns die Plastikhandschuhe der Sanis vor Schlimmeren als eine Nase ekligen Geruchs erspart. Das lief die nächsten Tage so weiter: nachts gearbeitet und alles aufgeschrieben und eingetütet. Von einem Kettenhemd über mehrere Kisten voller Handys, Kameras, Schlüssel, Klamotten bis hin jegliche Art von Scheckkarten. Einige Karten und Portemonaies aufgrund des Namens wieder zuordnen können und erstaunlich vielen Fragenden, ohne auf die Liste schauen zu müssen, gesagt, dass wir ihre Sachen in unserem Fundus hätten. Ab und an mal von einem glücklichen Finder ein Bier ausgegeben und sowieso tendenziell den Alkoholkonsum über diese und die anderen Wochen starkt erhöht. Durch diese Arbeit auch erfolgreich um den Zeitungsverkauf der weltweit ersten Festivalzeitund in der prallen Sonne gedrückt.
Das Festival lief wie erwartet mal wieder äußerst friedlich ab, nur dass eine Batterie aus Dixieklo angezündet wurde und dabei ein Auto und einige Zelte mitverbrannten. Einige agressive Töne gab es dann auch als einige Leute "die Band für die sie hierher gefahren sind, Iron Maiden" nicht sehen können. Erwarteten sie tatsächlich, dass wir ihnen sofort ihr Eintrittsgeld (von immerhin 100€) zurückgeben?!
Sonntagnacht dann eine letzte Nachtschicht und nahtlos den Tag über weitergearbeitet, um noch ein paar Stunden zu reissen. Völlig fertig, aber mit schöner Elektromusik auf den Ohren, das Zelt abgebaut und den restlichen Krams zusammengepackt und sich in die sehr lange Auszahlschlange angestellt. Abends dann zurück zu Marthe nach St. Michaelisdonn und dort nach festlichem Hamburgeressgelage, schon auf der Couch eingepennt. Lange schlafen und mit etwas Stress morgens um 15h das Quartier wieder geräumt, da die Eltern im Anmarsch waren. 30km weiter zu unserer Wacken-Chefin gefahren und dort noch zwei Nächte verbracht. Mittwoch zurück nach Marburg gefahren und Donnerstag eine ordentliche Abschiedsparty gefeiert.
Am 03. September ist es soweit. Der Flieger nach Alicante und der anschließende Bus nach Elche stehen bereit. Vorfreude ist da, wirkt aber alles noch relativ fern. Zwischenmieter ist gefunden, Umzug im Gegensatz zu den letzten Wochen in Deutschland schon im Ansatz geplant und das Vordiplom bestanden. Es kann weitergehen...

Donnerstag, 20. September 2007

...

Schon erstaunlich, dass man mit einem Ort -selbst nach drei Jahren der Abwesenheit- noch so viele schöne Erinnerungen verbindet. Vorletztes Wochenende auf der Bannmühle gewesen, um für zwei neue Freiwillige, die mit Eirene nach Belgien gehen, den Paten zu spielen.
Wunderbare, nicht zu vergessende Erinnerungen, geteilt mit unglaublichen Menschen, als Anfang der großen Reise Zivildienst im Ausland. Immer wieder schön, sich daran zu erinnern.

Freitag, 31. August 2007

.:Spanien:.

Montag, der 13. ging es los. Ein böses Ohmen? Wohl eher nicht, traf ich mein Mitfahrer Daniel gleich schon im Bus zum Bahnhof/Marburg. Mit letzten Zug nach Frankfurt, dort in einer Bahnhofsecke das mitgebrachte Bier getrunken und mit dem exorbitant teuren Ryanair Shuttlebus nach Frankfurt-Hahn. Irgendwie müssen die ja ihre billigen Flüge ausgleichen. Am Flughafen dann Arne, Daniels Bruder getroffen, der mitflog, sich aber schon bald von uns trennte, um in den Pyrenäen wandern zu gehen.

Dienstag, 6:15h Girona. Mit dem Bus direkt an den Strand von Blanes, wo wir den Morgen und den frühen Nachmittag verbracht. Mittelmeer, Sonne, Strand. Kniekehlensonnenbrand während des Weiterschlafens inklusive. Ein Campingplatz in der mittelgroßen Touristenhochburg Blanes -unweit des Saufkurorts Lloret de Mar- und Gaskocher-Spaghettei rundeten den ersten Tag wunderbar ab.

Der nächste Stopp hieß Barcelona - leider nur für einen halben und zu allem Überfluss auch noch Feier-Tag. Nun denn, nicht das letzte Mal Barcelona, nicht fürs Leben und nicht für den Urlaub, wie sich herausstellen sollte. Für viel mehr als etwas rumlaufen, sich die Stadt anschauen und etwas essen war nicht Zeit, denn der Nachtbus nach Almeria wollte uns in den Süden bringen. Während des Sonnenaufgangs die schier unendlichen Gewächshäuser für die spanischen Tomaten deutscher Supermärkte gesehen. Nach der Ankunft, wegen des Schließfachmangels mit Sack und Pack in die Stadt, auf der Suche nach der kaum ausgeschilderten, unterirdischen Touristeninfo. Keine Schließfächer in ganz Almeria, also ein Frühstück mit selbst gekochten Kaffee und Baguette auf der Straße und weitere Kontaktversuche zu anderen Marburger_innen in Almeria und Umgebung. Steffi kam dann alsbald mit Spanier und zweitem Marburger, der in Portugal studierte und mal eben mit dem Fahrrad von Deutschland aus hinfuhr und sich gerade auf der Rückreise befand. In der Anwaltskanzlei der Mutter des Spaniers konnten Daniel und ich unsere Sachen verstauen und Almeria touristisch erforschen. Die Burg, die Altstadt, ein typisch spanisches Mittagessen, bestehend aus fettigen Calamari, Pommes und noch fettigeresn scrumbled eggs, mittels einer Spanisch-Englisch-Hand-Fuß-Kombination bestellt und der einzige Bus gen Süden genommen.
Schon im Bus, auffällig alternativen Gestalten begegnet, zwei Deutsche aus der Nähe von Hannover kennen gelernt, mit ihnen 1 ½ Stunden in der heißen Abendsonne durch die Berge zu einem abgelegenen Strand gewandert. Eine Bucht in den Bergen, langer Strand, alles voller Zelte, voller netter, schöner Leuten, eine Ruine, ein Schloss, drei Bars, vier Frischwasserquellen, 15 ständige Bewohner, inkl. einem Kind, das bald eingeschult wird. Ein Tal mit noch mehr Zelten, Hängematten zwischen den Bäumen, Feigen und Granatäpfel in den Sträuchern, bewohnte Höhlen und ein Plumpsklo mit Musik aus einer Bar und Meeresblick.
Spanier, Franzosen, Italiener, Portugiesen, Neuseeländer, Österreicher, Deutsche und Tagestouristen auf einem schönen Fleckchen Erde. Ständig vom Club-Animateur Maik angesport, der mit uns im Bus gefahren ist und uns den Weg durch die Berge gezeigt hat. Ein Typ, der immer in langer Hose und T-Shirt rumgelief, nach kürzester Zeit einen krassen Sonnenbrand hatte und in den ersten Tagen wohl kaum schlief, was sicherlich mit den Pulverchen zu tun hatte, die er mir innerhalb der ersten fünf Minuten unserer Bekanntschaft zeigte. Superlieber Kerl, der anfangs etwas nervte, dann aber immer lustiger wurde. Während wir in der Mittagsonne unter dem aus meiner Zeltplane gebastelten Sonnenschutz verkrochen und nur ab und zu raus zum Schwimmen gingen, lief er den Strand auf und ab und trommelte ununterbrochen oder machte seine Späße mit jedem, der ihm über den Weg lief. Ein Mitgrund, warum Maik immer beliebter am Strand wurde, war, dass ein üblest abgefragter Berliner, der ohne Geld dauerbesoffen -nach eigenen Aussagen- seit fünf Monaten durch Spanien und Portugal an der Küste lief. Nüchtern noch zu ertragen, ging es in vollem Kopf gar nicht mehr, so dass wir ihn unseres kleinen Zeltreiches verwiesen, da er anfing rum zu pöbeln. Scheinbar aber glücklich mit diesem, seinem Leben
Abends die Bars für ein Bierchen oder einfach am Strand dem reichhaltigen Musikprogramm direkt neben an lauschen. Ein Aufgeregtheit, gespitzte Lippen, ein Zittern in den Händen und der Wunsch das Saxophon mit dabei gehabt zu haben. Sehr extrem wurde das als eines Abend ein Typ in einer wohl drogenbedingten Musikextase ein zunächst nicht ausmachbares Instrument mit den Füßen in der Flut spielte. Meiner Meinung nach ein Sopransaxophon, doch schon war er weg. Ein/zwei Tage später hörte ich es tagsüber nochmal kam unter aus der schattigen Planenhöhle, das Zelt nur zum versandeten Kleiderschrank degradiert, heraus und versuchte es zu orten. Leider ohne Erfolg.
Bestes frisches Brot vom Bucht-eigenen Bäcker, meist ein gesundes leichtes Essen über den Tag verteilt und Sand. Sand im Zelt (der Grund warum ich draußen, bei sicherlich weniger Sand, schlief), Sand und Avocadocreme im einzigen Handtuch, Sand auf der Haut, Sand zwischen den Zähnen, Sand in den Haaren, die sich durch das zusätzliche Salz und nur klarem Wasser als Reinigung für eine Woche ziemlich verklebten. Mensch gewöhnt sich an alles...
Die Nächte waren wundervoll. Draußen schlafend, meist sternenklarer Himmel, ab und an eine unglaubliche Milchstraße und hie und da eine Sternschnuppe.
Eine Woche vergingen schnell mit Lena und Malte aus Marburg, drei Österreicherinnen die uns Mitte der Woche verließen, später noch Steffi, die aus Almeria zu uns stieß, zwei Berlinern und einer Menge sehr lustigen Wildcampern jeden Alters.
Donnerstag, den 23. fuhren Lena und Malte nach Granada weiter, wir begleiteten sie zurück in die Zivilisation des nächsten Dorfes, wo ein Konzert am Strand stattfand und wir anschließend dort auf den Steinen schliefen, damit die Beiden den einzigen Bus zurück nach Almeria morgens um 7.30h nehmen konnten. Nach einem Kaffee in einer Bar machten Steffi, Daniel und ich uns wieder auf nach zur liebgewonnen Bucht, schon nichts Gutes ahnend, da die Wellen in der Nacht ziemlich nah kamen und es kräftig stürmte. Wie erwartet: überflutet und schon ziemlich ausgestorben, der Sonnenschutz respektive meine Außenzeltplane, die jetzt sicher nicht mehr wasserdicht ist, halb weg geflogen und mein Zelt von Maik netter weise zusammengeklappt und höher an den Strand gelegt. Die Reste möglichst sandfrei zusammengepackt, mir noch eine Isomatte mitgenommen, die wir die ganze Woche benutzten und keinem mehr gehörte und die in Blanes gekaufte Luftmatratze ablöste und das verliehene, zum Glück schon durchgelesene, weil komplett aufgeweichte Buch meiner Mutter zurückgelassen. Ein letzter Kaffee bei einem Tschechen in einer komplett eingerichteten Höhle mit Wasseranschluss auf dem Weg und ein längeres Gespräch mit einem Berliner Aussteiger, der seit 10 Jahren die Bar bei der Ruine betreibt, begleiteten den Weg back to civilization. Die zweite Nacht in Folge am Strand des "Dorfes des schwarz gekleideten Frauen“, da sie um ihre im Sturm verstorbenen Ehemänner trauern, wie mir ein Spanier auf dem Weg zu einer Drum'n'Bassparty in den Bergen erzählte. Vorher noch mit Steff und Daniel ein/zwei Bierchen getrunken, bin ich dann in die Höhle der Spanier, den Strand runter; im Dunkeln vier/fünf Meter kletternd. Wunderbare Spanisch-Englisch-Französisch-Unterhaltung mit Nachtwanderung zur knapp 25-Mensch Party. Sehr lustiger Abend, viel getanzt und bei einem Blick auf die Uhr erschrocken: 6h, irgendwo im nirgendwo, wo wir noch per Anhalter im Bus mitgenommen wurden. Schnell also letzte Grüße und auf den Arm geschriebene Emailadressen und auf den Weg. Knapp nach der vereinbarten Zeit bei den Schlafenden angekommen sorgten sie sich schon.

Wieder Almeria, Steffi und der Tscheche gen Süden nach Granada, Daniel und ich Richtung Valencia. Endlich ausgiebig duschen und Essen ohne vorher kochen zu müssen, Geld ausgeben, Schuhe tragen, auf Straßen laufen, sich vor Autos in Acht nehmen, vom Balkon der Jugendherberge der beidgeschlechtlichen Prostitution und den Drogendeals zuschauen, Alltagsdinge eben. Eine Japanerin wurde in der Straße direkt hinter der Herberge bis auf die Klamotten ausgeraubt, eine Australiern, die in unserem Zimmer schlief, fast vergewaltigt, aber billig war sie, die Jugendherberge im Rotlichtviertel Valencias.
Eine pittoreske Altstadt, Europas größtes Aquarium in einer hässlichen „architektonischen Meisterleistung“ und einige abgefuckte Gebäude. Als Gegensatz dann wieder ein kilometer langer Park in einem alten Flussbett.
Durch Zufall die Österreicherinnen der Bucht wieder getroffen, die vorher noch in Bilbao waren und auf der Durchreise auch in Valencia stoppten, abends das Nationalgericht Valencias Paella gegessen und danach noch mit der Truppe aus dem Zimmer in zwei Kneipen gegangen, aus denen wir beide zwecks Schließung rausgeworfen wurden.

Montag dann ein zweites Mal Barcelona, wobei das wohl der stressigste Teil der bisherigen Reise war. Der Bus kam zu spät, der letzte nach Figueres war schon weg und der Zug fuhr in einer halben Stunde. Rennen, Metro, Rennen, Ticketkauf, Rennen, falsches Gleis, Rennen, Rein, Los geht’s. In der Geburtstadt Dalís dann nach der Ankunft mit zwei Leipzigern nach Bier- und Kebapstärkung auf die Suche nach einem Schlafplatz auf einer Grünfläche mit Bäumen hinter den Schienen gelandet. Nickerchen bei Vollmond, die ehemalige Zeltplane als Feuchtigkeitsschutz (so etwas niemals wegschmeissen) und die in San Pedro geschenkt bekommenen Ohrstöpsel, die den nahen kläffenden Hund in weite Ferne rücken ließen. Am nächsten Tag ins Dalí-Museum und erstaunt über so viel künstlerisches Tun. .
Um 13h ging es dann mit Daniel ein letztes Mal über den Markt und zurück zur Busstation, wo ich ihm ein letztes Mal wegen seiner beidseitigen Sehnenscheidentzündung den Rucksack hochheben durfte. Er fuhr weiter nach Cadaqués, ich entschloss mich auf den Weg „vers Allemage“ zu machen, wie eins meiner vielen selbstbeschrieben Pappen zum Tramperfolg betitelte.

Ein Aachener Pärchen im großen Bus, mit Sohn im Schlepptau waren die ersten dich ich ansprach, nachdem ich durch ganz Figueres ans Ende der Stadt gelaufen bin. Sie nahmen mich einige Kilometer mit zu einer großen Kreuzung. Denklich schlecht war die Lage dort, da es keine wirkliche Haltemöglichkeit gab, also an einer Straße lang gelaufen, ab und an nochmal den Finger in den Wind gestreckt und in der Sonne geschwitzt. Ein Chilene, der in Frankreich wohnt, in Spanien arbeitet und ein Jahr in Nürnberg studiert hat, hielt einfach so an und nahm mich mit nach La Joqueras dem letzten Stopp vor der Grenze zu Frankreich. Auch dort kein Erfolg, da dieses Kaff mit den 1000 Raststätten, Hotels, Truckstopps und vor allem Supermärkten ziemlich unübersichtlich war. Am Kreisverkehr zur Mautstation nahm mich dann ein spanischer Tunnelarbeiter mit über die Grenze. Wieder eine Situation, wo ich sehr bedauerte kein Spanisch zu sprechen. 50% Verständnis durch das Französische, 1% Ausdrucksweise. Ab dem nächsten Semester wird Spanisch gelernt.
An der Mautstation auf die 'autoroute' wieder mal sehr lange gewartet. Ein Belgier kam zwei mal mit dem Fahrrad vorbei, wir unterhielten uns kurz und er meinte er würde um Mitternacht wiederkommen und mich einsammeln, wenn ich noch stünde. Glücklicherweise nahmen mich zwei jüngere Frauen, von denen eine mich mindestens eine Stunde vorher schon mal gesehen hatte mit nach Peripignan. Ab dort lief es bestens. Ein -wie sich später herausstellte- Schweizer, „grüner“ Ingenieur sprach mich an. Erst komplett auf französisch gesmalltalkt und diskutiert brachte er den Spruch, den ich auch gerne im Ausland zu Deutschen im fremdsprachlichen Gespräch sage: „dann können wir eigentlich auch Deutsch sprechen“. Ein sehr sehr lieber Familienvater, der seit sechs Jahren bei Montpellier wohnt und mich, nach der Umleitung durch das wunderschöne südliche Frankreich, mit nach hause nahm, da es bereits spät wurde und wir uns sehr angenehm unterhalten haben. Die Pizza zahlte er trotz meiner Widerrede, Bier, Wein, Dusche, Jazz, ein Frühstück um 5h morgens spendierte er mir auch. Als Dank ließ ich ihm die Luftmatratze (so etwas niemals wegschmeissen) für seinen 6jährigen Sohn und den bald fertig gestellten Pool in seinem Garten da. Der nette Herr im Alter meiner Eltern fuhr zur Arbeit, ich wartete zwischen Autobahn und Schnellstraße mit frisch aufgeladenen MP3-Player auf den Tag.
Auf die A9 Richtung Lyon. Eine Szene mit Regen. Und einem jungen Maurer, der mich mit an den Punkt nahm, an dem ich drei Stunden vorher und am Vorabend schon vorbeigefahren bin. Eine Autobahnauffahrt weiter. Dort das gleiche Problem ca. 2h nichts. Dann eine Stärkung im Bäcker und mit Brian Augers Hammondorgel im Ohr über Stock und Stein, Felder, Wiesen, Straßen, auf einen Bauernhof, um den Bauernhof herum gegangen, in ein Waldstück rein und mit dem sicherlich 18kg Gepäck auf dem Rücken und dem Verpfledungsleinenbeutel in der Hand unter einem Zaun durch auf den nächsten Parkplatz gekrabbelt. Ein großer Platz mit wenig Fluktuation. Ein mieser Ort um weiterzukommen. Der Fahrer des deutschen Gefahrengutlastwagens mit Ameisensäure hatte keine zweite Schutzausrüstung an Board, so dass er keinen Passagier mitnehmen durfte oder sich eine gute Ausrede ausgedacht. Die Müchener mit Kind und Kegel im Wohnwagen und riesigem Picknickkorb hatten auch kein Platz mehr und die beiden Spanier in ihrem Zweisitzer erst recht nicht. Ein portugiesischer LKW-Fahrer nahm mich dann mit zur nächsten großen Tankstelle, wo ich immer mal wieder Leute ansprach. Ein Bulli, mit Wohnwagen, Kindern und einer Menge Gepäck aus Reutlingen fuhr an mir vorbei, ich rief ihnen noch ein „nehmt ihr mich ein Stückchen mit“ hinterher und sie nutzen die Zeit in den kurzen Stau auf dem Parkplatz zum Überlegen. Links rangefahren, ein kurzer Pfiff und ich saß drin. Eine fünfköpfige Familie die Urlaub auf den Campingplätzen Spaniens und Frankreichs machten. Langsam aber sicher mit Kaffeestopp im Wohnwagen, einer kleinen Runde Schlaf und aktiver Kinderbetreuung meinerseits. Bei Lyon dann der nächste Wechsel. Ein Marokkaner mit 17 Tonnen Kaffee im Schlepptau fragte mich durch die Scheibe, wo ich hin wolle. Er fuhr nach Paris, ich mit ihm bis kurz vor Dijon. Wieder mal ein nettes Gespräch über Marokko, deutsche Autos und die Welt. Seine Erfahrung mit Franzosen und Arabern in Frankreich und das Angebot sein Haus in Marrakesch für einen Spottpreis für einen Urlaub zu mieten. Der Anfrage, ob ich ihm beim Autokauf in Deutschland assistieren könne, stimmte ich erstmal zu, mal sehen, ob er sich meldet. Ich gedenke, in den nächsten Semesterferien nach Marokko zu fliegen. Jemand Interesse?
Er erzählte mir eine Schleuserstory, die er vor zwei Wochen selbst bei der Heimreise vom Urlaub miterlebte. Ein Mann versteckte seinen Bruder im Kofferraum, Plane drüber, Gepäck drauf. Die Polizei schaut irgendwann nach, der Typ kommt ins Gefängnis, der Bruder ist erstickt. So schnell verliert eine Mutter zwei ihrer Söhne.
Vor Dijon stellte sich mir dann die Frage, ob ich nach Nancy/Métz oder Strasbourg fragen solle, mir war die Strecke egal. Es dämmerte schon langsam, keiner wollte mich mitnehmen und die zur Umkleidekabine umfunktionierte Toilette war nicht sehr ansprechend. Angesprochen habe ich zunächst Deutsche, um möglichst weit zu kommen. Ein Karlsruher wäre die Rettung gewesen, wenn er nicht schon Frau und Hund an Board gehabt hätte. Als sie nach ca. 20 Minuten fuhren, er sich wohl mit seiner Frau kurzgeschlossen hatte und ich immer noch herum lief, schoben sie „Fee“ etwas zur Seite und ich bekam noch ein Plätzchen bis nach Karlsruhe. Und wieder einmal wurde ich von interessanten Menschen, mit interessanten Geschichten und Erfahrungen mitgenommen. Ein Gespräch über das Studium der älteren Tochter, die Gebührenproteste, den Lebensweg der jüngeren Tochter undundund.. Trotz starker Proteste wieder ein Kaffee und ein halbes Stück Kuchen an der Raststätte spendiert bekommen.
Deutschland rückte näher, die hoffnungsvolle Schlafmöglichkeit in Karlsruhe musste absagen und ich wurde ein zweites Mal von eigentlich ziemlich Fremden nach hause zum Schlafen eingeladen. Mit geholfen das Auto aus zu packen und im Büro einquartiert. Wieder war es eine wunderbar geruhsame, obwohl durch den Hund zwei Mal gestörte, Nacht. Wieder ein leckeres Frühstück mit französischem Käse und Baguette und ein Transfer zum Bahnhof Graben-Neudorf irgendwo im Norden Karlsruhes.
Das erste Mal seit Figueres wieder Geld für ein Transportmittel bezahlt, aber die Aussicht auf Mitnahme in einem solchen Kaff machten die Überlegung ganz und gar nicht schwer. Und 7,90€ für 1283 km sind annehmbar gut. Laut google maps ist Figueres – Marburg in ca. 11 Stunden, 21 Minuten zu bewältigen. Mir persönlich sind 49 Stunden, mit angenehmen Übernachtungen, faszinierenden Persönlichkeiten mit ihren eigenen Geschichten, Zeit, Freiheit und wertvollen Lebenserfahrungen um einiges lieber....

Sonntag, 26. August 2007

lebe noch..

nur ein kleines Lebenszeichen aus Valencia, wo ich seit gestern mit Daniel bin. Die letzte Woche in San Pedro, einem abgelegenen "Hippiestrand" suedlich von Almeria verbracht.. ausser faul in der Sonne (bzw. wohl eher im Schatten liegen) nicht viel getan.

Morgen gehts weiter Richtung Norden und durch Frankreich per Anhalter zurueck nach MR..

ausfuehrlicher Bericht folgt natruerlich..

Montag, 13. August 2007

wunderbar..

Freitag Abend gebucht, morgen früh gehts los. Barcelona ohne Rückflugticket. Gleich schon geht die Reise zunächst nach Frankfurt los. In Barcelona bzw. Spanien erst mal am Meer chillen, dann hoffentlich bald weiter Richtung Süden einige Freunde aus Marburg treffen und mit denen weiterziehen. Über die Rückreise wird sich Gedanken gemacht, wenn es so weit ist..

wunderbaren Sommer wünsche ich..

Mittwoch, 27. September 2006

Ein Schild irgendwo am Gardasee...

Pizza und nicht nur das!

Montag, 25. September 2006

Italia, München und Karlsruhe...

Wieder mal in Marburg angekommen, wieder einmal ist WG und Kühlschrank leer und das Internet funktioniert immer noch nicht. Nach Dusche und Essen also wieder mal Zeit für den Bericht der letzten Woche in Italien und die kleine Städtereise durch Deutschland.

Am letzten Abend der ersten Woche Gardasee mit ein paar Leuten ein nettes Gespräch über Realismus, Idealismus und Heirat gehabt. Vorher noch in Pizza essen gewesen. Frutti di Mare. Serviert auf zwei Tellern, da sie so groß war (Bild wird nachgereicht). Ich aß die Hälfte, nahm die andere mit und selbst diese passte nicht in ein 08/15 Pizzakarton.

Es war natürlich klar: krank wird man nur im Urlaub. Zum Glück am Wochenende zwischen den beiden Kitekursen. Kopfschmerzen und allgemeine Plätte fesselten mich für einen Tag ans Bett und auch die anderen Tage war nicht viel los, denn passend zum krank sein regnete es auch das ganze Wochenende.

Sonntag Abend dann mit den Eltern nobel essen gewesen. Die telefonierenden Briten vom Nachbartisch zeigten sich uneinsichtig, als wir sie auf den Störfall Mobiltelefon im Restauruant hinwiesen. Mittlerweile unserer Herkunftsland bestimmt redeten sie beim Baileys „irsh measure“ (ein Doppelter) dann lauthals über Deutsche und als die Frau dann den Ansatz zum Hitlergruß machte hatte ich schon ein „it's really stupid and childish zo associate every german with Hitler and the nazis“ auf den Lippen. Leider gingen sie bevor ich es aussprechen konnte.

Der zweite Kitekurs war natürlich besser als der erste. Endlich kam ich aufs Brett und fuhr mal hier, mal dort hin. Sehr lustige Angelegenheit, die ich auf jeden Fall weiter verfolgen werde.

Mittwoch Mittag fiel dann ziemlich unglücklich und hart auf das Wasser. Trotz Helm tat mein rechtes Ohr weh und als ich -noch im Wasser- Druck aufbauen wollte (Nase zuhalten und durch selbige „ausatmen“), kam doch tatsächlich Luft aus meinem Hörapparat. Diagnose Trommelfell gerissen und das gleich zwei Mal. Vorbei mit Kite, Wasser und Dusche, da bei Wassereintritt sich sofort eine Entzündung bildet. Natürlich dusche ich mich schon noch, nur sehr vorsichtig. Außerdem wurde mich gleich im italienischen Krankenhaus Anabo... Antibiotika verschrieben, d.h. kein Alkoholkonsum während der nächsten Zeit. Auch das mache ich noch, nur sehr vorsichtig.
Also nochmal zwei Tage endlich ausschlafen (beim Kiten hieß es immer 8.30h aufs Wasser um den morgenlichen Nordwind mitzunehmen), sonnen und lesen.

Auf der Rückfahrt hab ich mich dann von meinen Eltern in München rausschmeissen lassen. Natürlich nicht wegen des noch laufenden Oktoberfestes, sondern, um Laura einen letzten Besuch abzustatten bevor sie nach Darmstadt zieht. Trotz großen Plänen für den Abend, blieben wir dann doch zu hause. München gefällt mir sowieso nicht so sehr oder sind es die Leute dort.....?

Gestern dann wieder Daumen in den Wind und nach Karlsruhe zu Henny getrampt. Gerade postiert, das Schild eine Sekunde gezeigt und mich dann doch entschlossen mich erst von Laura zu verabschieden, hielt schon das erste Auto. Kurzes Pläuschchen mit den beiden Älteren, die früher auch mal trampten, doch als ihre Freundin dabei vergewaltigt, gewürgt und anschließend überfahren wurde haben sie es aufgegeben..... kein perfekter Einstieg, aber die Fahrt verlief sehr ruhig.
Mit Henny und Konsorten ins „Unverschämt“ in Karlsruhe, Rochnacht. Schlimmschlimmschlimm was manche Leute für Rockmusik halten. Naja, bei der Tanke, in der wir noch Bier holen wollten, um zu hause weiter zu feiern dann das Unglaubliche. Eine Polizeistreife lässt ein Mädel blasen, weil sie danach gefragt hat. Haben die nichts Besseres zu als irgendwelche Dahergelaufene auf Anfrage blasen zu lassen. Als wir uns näherten, mussten sie auf ein Mal schnell weg zu einem Einsatz. Wahrscheinlich wollte jemand anderes am Ende der Stadt auch mal blasen. Die Polizei dein Freund und Helfer. Nebenbei hatte sie nur 0,71 Promill.

Heute dann wollte ich nach Frankfurt trampen, doch auch nach zwei Stunden hielt keiner an. Die Aussicht, dass, wenn mich überhaupt jemand mitnehmen würde, wir dann auch noch im Stau, den ich die ganze Zeit beobachtete, stehen würden, trieb mich zum nächsten Bahnhof. Auf nach Heidelberg und von dort aus mit dem IC kostenlos nach Marburg. Semesterticket macht es möglich.

Jetzt also alleine vor dem PC, mit immer noch Watte im Ohr (morgen geht’s zum Ohrenarzt) und ohne Internet... schleunigst Leute anrufen, um was zu machen... . .

Montag, 4. September 2006

...

Hier also noch die Bilder des Urlaubs...

http://www.bilderdeslebens.dl.am/

und eins gleich jetzt hier. Auf dem Weg von Monchecourt nach Tours geschossen.

...

Gerade zurück in die WG in Marburg gekommen. Keiner da, nichts im Kühlschrank, das Internet funktioniert nicht. Da das Duschen auf später, das Auspacken auf morgen verschoben wurde, also genug Zeit die letzte Woche Revue passieren zu lassen.

Nachdem ich -nördlich von Tours- von meinen Bekannten an einer Autobahnauffahrt gelassen wurde, um nach Paris zu trampen, erst mal ca. drei Stunden gewartet, bis ein Autobahnkontrolleur kam, um mir zu sagen, dass ich dort nicht stehen könnte. Ein paar Meter weiter wäre es kein Problem, ginge auch besser von dort aus den Daumen in die Nachmittagssonne zu strecken. Dort habe ich dann keine Minute gewartet. Ein Engländer, wohnhaft in der Nähe auf den Weg nach Rouen, erbarmte sich dann. Auf dem Weg -sehr passend- die Vorab-Radio-Version von „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf englisch gehört und sich nett unterhalten. Vor Rouen -nord-westlich von Paris, also überhaupt nicht auf dem Weg von Tours nach Paris, hat er mich dann an einer Raststätte raus gelassen. Nach genüsslichem Bounty-Genuss, mich dann gerade postiert, als eine Frau, mit zwei kleinen Kindern mitten auf der Strasse hielt. Mitte Fünfzig, drei Augenbrauenpiercings, ein rasanter Fahrstil und gerade aus dem Normandieurlaub wiedergekommen. Ihr Enkel fragte, dann gleich auch, ob ich auch in der Normadie gekämpft habe, als er mitbekam, dass ich deutsch bin. Komisches Gefühl so etwas gefragt zu werden, aber der kindliche Wissensdrang kennt kein Faux-pas. Egal, sie hat mich dann an der südlichsten Ecke in Paris raus geschmissen und ich bin durch ganz Paris Metro gefahren. Schönes Gefühl, wieder in der Stadt zu sein, in der ich schon mit so vielen netten Menschen, so viel Schönes erlebt habe. Dazu etwas Musik in den Ohren und die Masse Leuten in der Metro vor den Augen, zauberten dann ein Lächeln auf mein Gesicht.
Hab mich dann dort mit Johanna aus Marburg getroffen, die gerade ein paar Tage Paris bei einer Freundin verbringt. Abends dann noch auf ein Kurzfilmfestival mit sehr guter Vorband (http://www.hautdebit.org), um morgens dann nach Texel, einer holländischen Insel zu trampen. Dort sollten wir dann noch eine Woche in einem Ferienhaus mit anderen Marburgern und Freunden zu verbringen. Doch vorher mussten wir noch die 610 km von Paris dorthin überwinden.
Also früh aufstehen, durch Paris fahren und laufen, um dann wieder mal zwei Stunden erfolglos auf eine Mitfahrgelegenheit zu warten. Ein Mann machte uns dann darauf aufmerksam, dass dies nicht die beste Stelle zum trampen nach Lille (der ersten Etappe) sei. Platzwechsel also, alles, wie könnte es anders sein, im Regen.
Anderer Platz, mehr Glück?! Ein Mann hielt an, meinte wir sollen ihm eine Europakarte kaufen, dann nehme er uns mit nach Lille. Ich mit seinem Geld zur Tanke gelaufen, Europakarten waren natürlich aus. Wieder zurück, sagte er dann er käme gleich wieder und fuhr.Natürlich kam er nicht.
Dann hielt eine Frau an, die uns mit nach Chantilly, zur nächsten Péage (Mautstelle) nehmen wollte. Leider ließ sie uns mitten auf der Autobahn kurz vor der Abfahrt raus. Dort war eine Péage, leider nur auf der Ausfahrt. Nächste Raststätte 2000 Meter. Also mit Sack und Pack von der Autobahn runter, dort versucht mitgenommen zu werden und dann quer über ein matischges Feld in Richtung Rasthof gelaufen. Durch den Wald, über ein Zaun und ca. 500 Meter auf der Autobahn. Jeglicher Versuch einer Blockade schlug kläglich fehl. Die „Raststätte“ entpuppte sich leider als LKW-Parkplatz.... und LKWfahrer schlafen dann schon mal sechs, sieben Stündchen. Zum Glück hat uns einer auf dem Feld laufen sehen und war bereit uns bis kurz vor Lille mitzunehmen. Netter Kerl, Anfang 40, zwei Kindern zu hause, einer Menge Geschichten und eine Pornoradiosendung, wo ein ehemaliger Pornostar Leuten bei ihren sexuellen Problemen und Ängsten hilft. Johanna schlief auf seinem Bett und ich diskutierte mir ihm über Fussball, Formel 1 und das Wetter. Alles weltbewegende Themen also.
Weiter ging es dann mit einem älteren Franzosen, der 2x wöchentlich zwischen Paris und Holland pendelt. Er war Blumenexporteur und erzählte den ein oder anderen Schwank aus seinem Leben. Auf der Fahrt hielten wir Kontakt mit den anderen Marburgern, die sich auch auf den Weg gemacht hatten. Der Plan war es sich in Amsterdam zu treffen und dort gemeinsam die noch 100 Kilometer bis Den Helder und von dort mit der Fähre nach Texel zu fahren. Wäre natürlich zu einfach, wenn das geklappt hätte. Die letzte Fähre fuhr um 21h und wir hätten es niemals geschafft. Also sind die anderen schon mal weiter nach Norden gefahren und Johanna und ich ließen uns derweil von
einem jungen Herren nach Amsterdam City zu fahren. Er schenkte uns auch noch ein Metroticket. Wir fuhren zum Bahnhof, riefen ein paar Jugendherbergen an, bekam die beiden letzten Zimmer in einer Netten und aßen endlich wieder mal was. Ein viel zu kleines Shawarma für 4,50€, ein BurgerKing-Eis und ein Bier im Coffeeshop. Am nächsten Tag dann, nach dem Frühstücksbuffet, mit der Tram in den Norden, dort zwei Stunden im Industrieviertel so lange nach einer Autobahnauffahrt Richtung Norden gesucht, bis wir verzweifelt doch den Zug nach Den Helder nahmen. Von dort dann mit der Fähre nach Texel, wo uns die anderen, schon eine Nacht im Haus verbracht, abholten.

Die Woche zu zehnt in dem abgeschiedenen Bungalow war sehr entspannt und schön. Lange geschlafen, viel gelesen und gespielt und sich am letzten Tag bei der Fahrradtour verausgabt. Beim Rückweg der Tour sind wir etwas vorgefahren und haben dann irgendwann über eine halbe Stunde auf die anderen gewartet. Problem war, dass die Läden im 5,5km entfernten De Koog leider scheinbar in einer halben Stunde schließen würden und wir noch kein Bier für den Abend hatten. Also bei krassem Gegenwind in Spitzenzeit zum Lidl gespurtet, Bier gekauft und sich davor in die Sonne gesetzt. Nach der ersten Flasche mit dem Auto von Daniel, der mit mir sprintete, abgeholt worden. Der Lidl hat natürlich auch auf Texel bis 20h auf....

Die Rückfahrt war so konzipiert, dass ein Auto direkt nach Marburg fuhr, das andere erst in die Nähe von Wuppertal, um dort Uwe und Hannah raus zu schmeißen und dann weiter in den Westerwald zu fahren. Ich, der ich im zweiten Auto mitfuhr, hatte also die Wahl zwischen Kirmes in Schwelm oder einer Geburtstagsparty in der Nähe von Altenkirchen. Ich habe letzteres gewählt. Mit Mimi und Benni also auf die Party. Leute, Kölsch und Musik. Nichts besonderes, außer, dass Hanno, den ich dort kennen gelernt hatte, mir am nächsten Tag ein Koffer voller Armeekleidung schenken wollte. Nummer und Adresse auf einem Bierdeckel notiert, nahm ich das dann nach dem Aufstehen am nächsten Tag um 15:30h in Angriff. Kurzer Anruf, erste Dinge geklärt, ich wollte mich später nochmal melden. Später war er nicht mehr zu hause und ich fuhr mit Mimi die 100km Bundesstrasse nach Marburg ohne Koffer.

Jetzt also hier angekommen, müde, etwas hungrig, die Wohnung leer und das Internet geht immer noch nicht. Die Dusche schreit bis hier und das Bett ist gemacht. Wohl noch ein Film und dann der der ersehnte Schlaf.

Bilder werden natürlich nachgereicht...

Freitag, 25. August 2006

2. Etappe

Jetzt also doch schon. Der Reisebericht der letzten Woche.


Samstag hies es also weiterziehen, bzw. –fahren.

Beim Frühstück bei den Gheerbrants noch ein letztes Mal in den Genuss von selbstgemachten Ziegenkäse und sehr schlecht mischbarem französischen Schokopulver gtekommen.
Mit Claires umgebauten Citroen C15D Richtung Tours: natürlich nur auf der „national“ – kostet ja nichts. Auf der Fahrt hatten wir zeitweise ein Offenbacher Campingbus vor uns. An jeder Ampel wäre ich am liebsten ausgestiegen und hätte ihnen mein gelbes Protestshirt, was ich an hatte, gezeigt. Kurz vor Tours sind wir dann ein unglaubliches Gewitter. Ich habe noch nie einen so schwarzen Himmel gesehen. Der Regen kam wie eine Wand auf uns zu. Nette Regenfahrt, nichts passiert.
Während der gesamten Fahrt natürlich die schöne Landschaft Frankreichs bestaunt, viele schöne Erinnerungen gehabt und mich über manche gesehene Dinge gefreut. So z.B. dass jedes Département jeder Stadt ein Titel „Ville Florie“ mit verschiedenen Graden (abgezählt in –natürlich- Blumen) vergibt. Auch fuhren wir an den „troglodytes“ – ausgebauten Höhlen vorbei, in denen ich mal eine Woche gewohnt habe, als unser Appartement in Tours abbrannte.

In Tours angekommen fuhren wir zu Pierre, Claires Freund, den ich auch noch von „früher“ kenne. Im „59“ gingen Leute ein und aus, teils hausten wir zu dritt dort, obwohl keiner von uns dort wirklich wohnte.
Die folgenden Tage waren vor allem durch Schlaf, rumgammeln und essen geprägt. An keinem Tag vor 12h aufgestanden, viel gelesen, Gesellschaftsspiele gespielt, ein paar Filme und die französische Meisterschaft im Pethanque (in Deutschland wohl eher unter Boule bekannt) gesehen.
Beim Beenden von Heinrich Böll`s „Das Brot der frühen Jahre“ so schlecht gesessen, dass ich meinen Hals zwei Tage fast nicht drehen konnte.

Zwei Filme, die ich sah, empfehle ich auch gerne weiter.
„Gadjo dilo“ - Stèphane reist durch Rumänien, um eine Sängerin zu suchen. Obwohl er kein Rumänisch spricht lehrnt er Land, Leute und vor allem Musik kennen. Roman Duris in einer seiner ersten Rollen.
„Darwin`s Nightmare“ - Ein Mann, ein Eimer, ein Fisch. Ein kleines wissenschaftliches Experiment rottet alle Fische im Viktoriasee in Tansania aus und beschert den Anwohnern durch den Fischfang Geld, könnte man meinen. Unglaublich aber wahr: Menschen würden sich über einen Krieg freuen, da sie dadurch Geld verdienen würden. Eine Dokumentation über Globalisation und Korruption.

Viele neue und alte Leute getroffen. Gilles und Blandine, mit der ich auch zusammenwohnte, wohnen in eben einer der ausgebauten Höhlen mit ihrer sechs Monate alten Tochter. Einen netten Abend mit vielen alten Erinnerungen verbracht.
Missile, der gerade aus Budapest wiedergekommen ist. Sziget Festival, zwei Tage Festival, allein zwei einhalb Tage zurückgetrampt. Nächste Woche fliegt er wieder nach Nepal, um dort seine Freundin zu heiraten. Er ist genau so alt wie ich.

Auch einige lustige Stories erzählt bekommen. So z.B. dass man in Ireland Koks, Crack, LSD und anderes in einem Laden laufen kann oder dass in Haiti jemand Gras auf seinem Mango-Kompost gepflanzt hat. Die Joints hatten einen Mangonachgeschmack. Ob das so stimmt?

Irgendwann kam eins der vielen Gespräche auf das Thema Grosseltern und wie sie ihre alten Geschichten oft mit einem Lächeln auf den Lippen erzählen. Das habe ich leider nie erfahren, da allesamt früh gestorben sind. Komisches Gefühl, da ich ab und an gerne mal ein Geschichtchen von damals hören würde.

Am dritten Tag dann dann ein bisschen in Touraine (die Gegend um Tours) rumgefahren. Wieder gespielt, wobei wir erst mal eine Stunde mit dem Regellesen und –verstehen von „Euphrat und Tigris“ verbracht haben.
Durch „mein“ altes Viertel und die Altstadt von Tours spaziert. An meinem alten Büro vorbei, welches wohl leider bald aus Geldmangel geschlossen wird.

Das „festival du cirque“ in Château-Renault besucht. Circus inklusiv Picknick und Drahtseilakt. Mit Orchester im Ohr und den schönen Sternenhimmel in den Augen wieder nach Tours gefahren.

Ein wenig Vorfreunde auf Marburg hatte ich schon, was ich einerseits komisch finde – endlich mal raus und so, andererseits aber normal – so viel neues erwartet mich: neue WG-Konstellation, neues Studium, neue Leute...

Am Donnerstag dann zu meiner ehemaligen Chefin Virginie, nach Neuvy-le-Roi, nördlich von Tours, gefahren, um dort die letzten Tage in Touraine zu verbringen.

Erst dachte ich es würde eher ruhig bis hin zu langweilig werden, aber mit neun Leuten, darunter zwei Teens und ein fast-noch Baby geht das glaube ich gar nicht. Eher stressig ;-)

Nach dem ersten Abendessen und selbst gefplanzten Wasser- und Honigmelonen zum Nachtisch (aus Lidlsamen), habe ich mich dann in einer illusteren Vierer-Männerrunde, Durschschnittsalter ca. 30, wiedergefunden. Bis 3.30h Tijou, ein Brett-Kartenspiel gespielt.

Heute dann, nach Tagen des Ausschlafens, endlich mal wieder nur sechs Stunden geschlafen. Das hat sogar ganz gut getan, ist man schliesslich nicht so platt, als hätte man 12-14 Stunden im Bett verbracht.
Gleich nach dem Aufstehen, das erste Lächeln auf den Lippen: la „mini-pele“, ein 1,5 Tonnen Bagger zum Ausgleichen des Gartens ist umgefallen, keine Verletzte; nur ein weiteres Thema zum Reden für den Tag. Nachdem das Ding wieder stand, durfte ich dann auch mal ran. Zunächst mit Respekt, dann mit einer Menge Spass Erde von A nach B geschaufelt. Ein Spielzeug für grosse Jungs.

Sonntag geht es weiter, mit dem Daumen in der Luft nach Paris, dann eine Woche Texel und Marburg.....

Jetzt erst mal unter freiem Himmel schlafen...





Achja, meine Uhr ist zwei Wochen nach Batteriewechsel wieder stehen geblieben. Scheiss Werbegeschenk....