Nach einem nettem Abend bei einem
Votrag zum Thema Eliten-Bildung, einer amüsanten Studierendenparlamentssitzung (incl. Neuwahlen der AStA-Vorstände), einer anschließenden Party im AStA und einem Ausklang des Abends in der zweibar, heute morgen früher aus der Vorlesung raus, Roland Koch kam ja nach Gießen. Grund seines Besuchs war eine Nanotechnologie-Tagung, für die ich mich auch angemeldet hatte.
Möglichst unauffällig also dort hingefahren, doch schon am Bahnhof vom ersten Polizist gefragt wo wir den hin wollen. Spazierengehen natürlich. Als ob man "Gegen Studiengebühren" auf der Stirn tätowiert hätte.
Vor der Kongresshalle schon ein riesen Polizei- und auch Demonstrantenaufgebot. Ca. 100 DemonstrantInnen waren schon gut zu gange. Kurz vor dem Ziel jedoch erst mal das Leiden eines jeden Bürgers, der im Bus sitzt und auf grund von protestierenden Studis nicht weiterkommt, an der eigenen Haut gespürt.
Man kam trotz Anmeldung nicht mehr rein. Also davor geschrien, besetzt und gedrückt. Kein Durchkommen. Auch der Hintereingang war nicht die Lösung.
Zurück auf die Kreuzung also. Irgendwann formierten wir uns dann alle zu einem Kreis, der sich dann auch irgendwann in Bewegung setzte. "Solidarisieren, mitrotieren"
Irgendwann musste Roland ja auch mal wieder da raus kommen. Diverse (leider leere) Autos mit WI-Kennzeichen blockiert, das erste (und zweite) Mal im Semester wieder von Polizisten weggetragen worden. Um einiges rabiater als die letzten Male, das Handgelenk schmerzt immer noch.
Später dann ein gemeinsamer Protestmarsch in Richtung Bahnhof. Kurz vor dem Ziel ein Rowdy, der einfach mal mit 50 Sachen durch die Demo gefahren ist, die Polizei rechts überholte und dann doch stehen blieb, weil jemand -zu recht- mit seiner Plastikflasche gegen das Auto schlug. Natürlich stiegen Fahrer und Beifahrer aus. Das erste was man von ihm hörte war "könnt ihr nicht zu hause kiffen, ihr Nutten". Kindergartenniveau, aber nun gut. Er passte auch irgendwie in das Klischee. Besserer H&M-Look, blonden Haarsträhnen und ein dickes Auto, was seine Körpergröße scheinbar zu kompensieren versuchte. Nach einigen Pöbeleien auf beiden Seiten kam es zu einer Rangelei in die sich die Polizei, die direkt daneben stand irgendwann auch mal einschaltete.
Der Bahnhof war nicht mehr weit, der Zug fuhr und ich mit ihm. Müde, aber mit warmen Döner zu hause angekommen und gleich noch Statistiktutorium und Akionsbündnisplenum....
weltraumpapst - 9. Nov, 17:04